Verfasst von: oceanelve | 31. Januar 2010

Ferienverbringung

Mit dem Buch “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo” bin ich fast fertig, obwohl ich manchmal das Gefühl habe, dass es eher andersherum ist. Also dass es mich fertig macht. Oh man, ich hab immer gedacht, den Leuten aus meiner Klasse die sich jedes zweite Wochenende betrinken ist nicht mehr zu helfen! Aber wie heruntergekommen, kaputt, verloren und hilf-/perspektivlos muss jemand sein, der sich jeden Tag Heroin spritzt? Man macht sich ja immer gar nicht bewusst, wie froh man sein kann, dass man nicht in einem Berliner Problembezirk leben muss. Das wie ein Sumpf, in dem zu ertrinken droht, wie ein Stempel, den einem jemand aufdrückt und den man sein ganzes Leben nicht mehr abbekommt. Sobald ich das Buch durch hab, bringe ich es in die Bibliothek zurück, bevor ich wahnsinnig werde. Dort werde ich dann vermutlich mal nach “Der Fänger im Roggen” schauen, aber ich bezweifle, dass es noch da ist. Ich habe heute in der SZ einen Artikel über J. D. Salinger gelesen, von dem ich vorher ehrlich noch nie was gehört hatte. Interessante Persönlichkeit, muss ich sagen. Auch wenn mich der Name immer an Scrubs erinnern wird.

Verfasst von: oceanelve | 25. Januar 2010

Drogenberatung

Also sind wir heute um neun zur “Chamäleon Drogensberatungsstelle” gegangen. Wir unterhielten uns dort mit einem netten, aber doch zunächst irgendwie gruseligen Sozialarbeiter (er hatte sich anfangs nicht vorgestellt), der uns Geschichten über Klienten erzählte. Die meisten davon hatten sich bereits das Leben genommen, weil sie durch drogenbedingte Psychosen Stimmen gehört hatten. Es gab eigentlich kein geplantes Gespräch, er erzählte uns einfach was, wir stellten Fragen. Kein Problem, denn er steht unter Schweigepflicht. Deswegen musste meine Klassenlehrerin auch wieder zurück zur Schule, durfte nicht dabei sein. Außerdem hat uns der Sozialarbeiter einige Filmausschnitte gezeigt und Wirkungen einzelner Drogen beschrieben. Es ist schon komisch, eine Dokumentarfilm über einen koksenden Mann zu sehen, der eigentlich erst dreißig ist aber aussieht wie fünfzig.  Danach haben wir noch einen Ausschnitt aus dem Film “Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo” gesehen. Der Kaltentzug, in den sich die zwei Protagonisten da begeben hatten war zwar “nur” gespielt, aber der Sozialarbeiter erzählte uns, in Wirklichkeit wäre es noch schlimmer. Ein Kaltentzug ist übrigens, wenn der Entzug zuhause durchgeführt wird. Das ist sehr viel gefährlicher als ein Warmentzug, also ein Entzug in der Klinik und mit medzinischer Überwachung. Als Jane* und ich nach drei Stunden mit kalkweißen Gesichtern aus dem Raum kamen, begrüßte uns gleich unsere Lehrerin und sah uns ziemlich besorgt an. Man glaubt es zwar nicht, aber es nimmt einen sehr mit.

Im Endeffekt kann ich nur sagen: Mein Standpunkt war schon vorher gewesen “Drogen, nein danke! Ich ruinier nicht meine Zukunft!” und er hat sich eher noch verfestigt als gelockert. Doch ich denke jetzt anders über “Junkies” als vorher. Unser Sozialarbeiter hat von Anfang an gesagt: “Wir behandeln uns mit Respekt. Wer damit nicht einverstanden ist, der kann gehen.” Und im Laufe der Zeit lernt man, auch drogenabhängige zu tolerieren. Es sind Menschen wie du und ich. Nur haben sie ein paar Probleme mehr. Vielleicht kann ich jetzt etwas besser damit umgehen, aber ich bin froh, nich den Job des Sozialarbeiters haben zu müssen. Denn wenn vor meinen Augen jemand erstochen worden wäre… Ich weiß nicht, ob ich das verwunden hätte. Es ist gut, dass es Menschen wie ihn gibt.

Literatur zum Thema: Christiane F. Wir Kinder vom Bahnhof  Zoo

Verfasst von: oceanelve | 24. Januar 2010

Kennen Sie das?

Kennen Sie das? Sie sitzen unbehelligt zuhause vor dem Computer/Fernseher/ Fenster etc., sehen auf die Uhr und merken, dass DER TAG SCHON RUM IST??? Wie geht denn sowas? Manchmal hab ich das Gefühl, ich befände mich in einem schlechten Abklatsch des Filmes “Klick!”, und immer dann, wenn ich es am wenigstens gebrauchen kann, spult die böse Fernbedienung mein Leben vor. Und ich sitze daneben und >zack!< ist ungenutzte Lebenszeit verstrichen. Was hab ich denn heute schon gemacht?

  1. Französisch gelernt (naja, versucht)
  2. Tee getrunken
  3. Treppe gewischt
  4. Mittag gegessen
  5. gestrickt
  6. Zeitung gelesen
  7. Musik gehört
  8. noch mehr Tee getrunken
  9. Schuhe geputzt

Ja, ein typischer Sonntag von mir. Irgendwie glaube ich, hätte ich noch viel mehr machen können, so von wegen Omas-über-die-Straße-helfen oder so. Dummerweise muss ich mir aber selber zustimmen, dass stricken und Tee trinken irgendwie entspannender ist und mehr Spaß macht. Die letzten Wochenenden habe ich immer irgendwas in meinem Zimmer aufgeräumt und interessante Dinge gefunden, wie beispielsweise alte Deutschhefte mit selbstgeschriebenen Geschichten. *schauer* Kaum zu glauben, was man damals so alles zusammengeschrieben geschmiert hat. Aber in einer Woche sind ja zum Glück Ferien, da kann ich dann noch mehr ausmisten. Andererseits ist der Januar dann auch schon wieder rum. (“Klick!-Effekt”) Bis zur Zeugnisausgabe gibt es aber zum Glück nicht mehr so viel zu tun: Morgen geht’s zur Drogenberatung (mal schauen, welche am Besten sind:)), Dienstag dürfen Alice*, Jane*, Rita* und ich Viertklässler betreuen, Mittwoch & Donnerstag – pfft! und Freitag gibt’s dann Zeugnisse. Eine schöne Woche euch allen!

*Namen geändert

Verfasst von: oceanelve | 23. Januar 2010

Erblüh-Tee

Ich komme gerade vom Großelternbesuch wieder. Bei denen waren noch die Weihnachtsgeschenke von meiner Tante und meinem Onkel zwischen gelagert, und deswegen habe ich sie heute erst erhalten. Meine Tante hat sich da auch wieder etwas ganz Vorzügliches einfallen lassen: Erblüh-Tee!

Erblüh-Tee funktioniert folgendermaßen: Man brüht kochendes Wasser auf und gießt es in eine ziemlich kleine Kanne. Sofort danach gibt man eine kleine Kugel hinzu, die ein bisschen aussieht wie gepresstes Heu. Diese geht in dem warmen Wasser auf und bringt eine ziemlich exotisch aussehende Blüte hervor. Ich habe mir gerade eine Tasse eingeschenkt, und diese duftet herrlich nach Honig. Dem Geschmack nach scheint es entweder schwarzer oder grüner Tee zu sein. Damit wird Tee trinken nicht nur zum Genuss für die Geschmacksnerven, sondern auch für die Augen!

Verfasst von: oceanelve | 16. Januar 2010

Muskelkater

Puh, nachdem ich gestern seit langer Zeit mal wieder Schwimmunterricht hatte, tut mir heute alles weh. Meine Lehrerin hatte uns ordentlich drangenommen, und sieben Uhr morgens war irgendwie noch keiner so richtig fit. Bio danach konnte man eigentlich vergessen. Die Mädchen, die aus persönlichen Gründen ausfielen, waren eigentlich zu beneiden, denn jeder andere roch den ganzen Tag nach Chlor. Aber ich wollte was ganz anderes erzählen:

Xenia*, die zuvor schon beim Schwimmunterricht gefehlt hatte, hatte die LK vom letzten Dienstag versäumt. Daher bekam sie den Aufgabenzettel und sollte die Aufgaben mündlich lösen. Ca. 5 Minuten stand sie an der Tafel und sagte nichts. Ich war etwas gelangweilt und begann, sie auf meinem Biohefter zu porträtieren. Nach einer Viertelstunde, von der sie die letzten fünf Minuten genervt mit meiner Biolehrerin diskutiert hatte, setzte sie sich hin mit dem Satz: “Sie können mir eine 6 geben, ich versteh’  das einfach nicht.” Vermutlich hatte sie nicht mit der Antwort “Das werde ich auch tun.” gerechnet. Aber die Frau ist eben hart. Xenia* schluchzte dann die restliche Stunde vor sich hin. Danach hatten wir Chemie. Ihre Jacke hing zwar vor dem Raum, aber den Unterreicht versäumte sie trotzdem. In Französisch fehlte sie ebenfalls, kam dann aber zur siebten Stunde wieder fröhlich in den Raum und setzte sich neben Alice*. Die Vermutung, dass sie sich zwei Stunden(!) auf dem Klo eingeschlossen und geheult hatte, lag nahe. Aber irgendetwas stimmt einfach nicht mit ihr. Ständig kommt sie ein paar Stunden zu spät, aber sie bekommt nie einen Eintrag. Manchmal fehlt sie auch ganz, sie ist im Schnitt zwei Tage der Woche in der Schule. Und niemand weiß etwas. Sie hat sich anfang des Schuljahres ziemlich unbeleibt gemacht, weil sie so ziemlich jeden angelogen hat. Ich denke aber, die Lehrer wissen Bescheid. Irgendetwas stimmt da nicht. Möglicherweise werden wir es nie erfahren.

Verfasst von: oceanelve | 18. Dezember 2009

Geschafft

Das Jahr ist (fast) rum. Zumindest die Schule ist beendet, die letzten Stunden wurden uns netterweise erlassen. Im neuen Jahr kann man wieder mit neuer Kraft ins Schuljahr starten. Xenia* ist schon seit dem 9. Dezember in Russland, im Urlaub. Andrej* fliegt noch heute Abend zurück in sein Heimatland. Der Rest der Klasse verbringt Weihnachten und Silvester mit der Familie. Außer Nathalie* und Janine* vielleicht. Die machen bestimmt Party. Obwohl es sehr kalt sein wird. Wenn heute schon -9°C waren, wie wird das dann erst im Januar werden? Ich persönlich mache mir ja Hoffnungen auf weiße Weihnachten. Auch wenn ich heute fast meine Finger verloren hätte. (Kein Wunder, bei des Eiseskälte!) Na gut, ich übertreibe vielleicht etwas. Jetzt geht’s jedenfalls erstmal Eislaufen und dann Glühwein (korrigiere “Kinderpunsch”) trinken und “Langosch” (fettes Knoblauchbrot – sollte man bei Gelegenheit mal probieren) essen. Und heute Abend guck’ ich “Fröhliche Weihnachten mit Wolfgang und Anneliese” – Bastian Pastewka und Anke Engelke sind einfach so herrlich, wenn sie andere Menschen parodieren!!

Euch allen frohe Weihnacht(sferien) und einen guten Rutsch (nicht ausrutschen!)!!!

Verfasst von: oceanelve | 17. Dezember 2009

Weihnachten is coming

Yo, Weihnachten ist total im kommen! Fätte Pardy war jetz schon bei drei Mal. Das merkt man daran, wenn man anfängt, schon betrunken zu schreiben. Oder zumindest so, wie viele Jugendliche sprechen. Ich brauch jetzt jedenfalls erstmal Ruhe. Morgen ist das letzte große Event und dann sind endlich FERIEN!!! ;-)

Verfasst von: oceanelve | 30. November 2009

Es weihnachtet

Der Wichteladventskalender hängt. Die ersten Pärchen für die Weihnachtszeit haben sich gefunden. Erste Verabredungen zum Schlittschuhlaufen wurden getroffen. Mutmaßungen über etwaige Kalenderinhalte wurde angestellt. Das weihnachtliche Dauergrinsen wurde von den meisten Menschen angestellt. Die ersten Lebkuchenpackungen sind schon wieder leer. Die Proben für das Weihnachtsmusical laufen auf Hochtouren. Alles in Allem kann man durchaus sagen, dass es doch schon ziemlich weihnachtlich hier und da zu geht.  Ich bin zwar kein Fan von Weihnachten in dem Sinne, weil mir das irgendwie alles zu kitschig und fröhlich ist und da immer all gute Laune haben. Bäh. Was das an betrifft, bin ich ganz wie Mr. Darcy. Bloß keine Feierlichkeiten. Igittigitt.

Verfasst von: oceanelve | 29. November 2009

Entschuldigung, sind sie die Wurst?

Vielleicht hat der ein oder andere schon mal was von belauscht.de gehört. Das ist eine Seite, die von vier Studenten gegründet wurde, welche in unregelmäßigen Abständen Dialoge veröffentlichen, die sie auf der Straße aufgeschnappt haben. Wenn man selbst skurrile Gespräche belauscht, kann man sie ebenfalls dort veröffentlichen. Und jetzt ist ein Buch erschienen, das den Titel “Entschuldigung, sind sie die Wurst?” trägt. Das ganze hat mich irgendwie an “Imbissdeutsch für Fortgeschrittene” erinnert, und es ist um genau zu sein noch schlimmer. Wer “Ich bin dann mal weg” kennt, wiurd sich an Schnabbel&Gerd erinnert fühlen. Hier sind zwei Videos von “Was liest Du?” mit Jürgen von der Lippe und Cordula Stratman. Die beiden lesen ein paar Dialoge mit verteilten Rollen, und machen ihre Sache unglaublich gut.

Verfasst von: oceanelve | 24. November 2009

Ich seh es kommen…

An dieser Stelle hätte mich interessiert, was der Rest der Welt hierbei versteht. Es handelt sich um ein Lied von “La Roux”, das da heißt “Colourless Colour” (farblose Farbe). Bitte kommentiert einfach, was ihr während der ersten Zeile versteht.

Nächste Woche (oder so) schreibe ich dann hin, was es wirklich heißt. Wer’s nicht erwarten kann:

Doppelklick auf das Video, in der Videobeschreibung steht der Text.

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