05:45 Uhr: Der Wecker klingelt. “Zackzack, aufstehen!” schießt es mir in den Kopf. Die Zeitungen warten. Also ab in die Klamotten, den iPod geschnappt und ab auf die Straße.
07:30 Uhr: Die Zeitungen sind ausgetragen – und ich hätte jetzt nicht übel Lust mich wieder hinzulegen. Doch ich beschäftige mich lieber mit der Süddeutschen Zeitung und Jane*s Geburtstagsgeschenk.
08:30 Uhr: Frühstück. Es geht doch nichts über einen leckeren Milchkaffee und ein Frischkäsebrötchen. Doch leider ist es mir nicht vergönnt, allzu lange am Tisch zu verweilen – der Zug wartet nicht.
09:20 Uhr: Okay. Angekommen am Bahnhof. Ich habe noch 15 Minuten, dann fährt mein Zug. Genug Zeit um eine Fahrtkarte zu kaufen möchte man meinen. Man muss aber auch zum Fahrkarten kaufen gemacht sein. Oder der Automat muss ein mögen. Jedenfalls wollte der Automat mir partout kein Hopperticket verkaufen. Ein Glücksfall, da ich ansonsten eine Karte nach Emsleben und nicht nach Erfurt bessesen hätte. Also den Vorgang abbrechen und erneut starten. Nachdem ich den 10€-Schein aus meiner Geldbörse gefummelt hatte, wollte der Automat ihn allerdings nicht annehmen. Nach mehrerem Geknicke und Gefalte hielt ich schließlich meine Fahrkarte in der Hand
09:35 Uhr: Ich fasse es nicht! Der Zug ist ja sogar pünktlich! Mir fällt auf, dass ich im Zug noch nie bewusst aus dem
Fenster gesehen habe, obwohl ich immer am Fenster saß! Altbauwohnungshäuser haben nämlich ihren ganz eigenen Charme, wenn man sie mal von schräg oben als immer nur von steil unten sieht. Als die Altbauwohnungen aber den Schneehügeln gewichen waren, widmete ich mich wieder Jane*s Socke und meinem Buch.
09:50 Uhr: Erster (und einziger) Zwischenstopp in Weimar. Leider hat sich kein netter, süßer Typ neben mich gesetzt. Vielleicht schreckt es ab, wenn mit einer ziemlich unfertigen Socke ind den Händen und einem verzerrten Gesichtsausdruck, weil der Faden zu straff ist, herumsitzt. Vielleicht sind aber auch einfach keine süßen Typen eingestiegen. Habe da nicht so drauf geachtet.
10:08 Uhr: Der Zug kommt sogar pünktlich an! hierbei mal ein großes Kompliment an die Deutsche Bahn, dass heute keinerlei Verspätungen meinen Weg kreuzten! Ich steige als Erfurt Hbf aus, und was ist meine “erste Impression”? Tja, dann will ich mal das Geheimnis lüften, wo ich heute hin will:
Ich gehe zum Fernsehjournalismusworkshop zum mdr/Kinderkanal. Und dort werde ich in 50 Minuten erwartet.
10:15 Uhr: Ach, ich liebe den Anger:

Tja, der Fahrkartenautomat am Anger scheint mich aber nicht zu lieben. Genauso wenig wie der am Westbahnhof. Oder noch weniger. Der Automat am Anger mochte nämlich meine Münzen nicht. Und was mach ich Dummerchen, anstatt meine Karten in der Bahn zu kaufen? Ich stecke – festhalten – eine 20€-schein in den Automat. Den mochte er offenbar. Und jetzt habe ich rund 20 1€-Münzen in meiner Geldbörse und kriege sie kaum noch zu. Das ist einfach nur Mist!
10:35 Uhr: Hey! Ich hab’s geschafft! Ich glaube es selbst kaum, aber ich bin tatsächlich erfolgreich im Landesfunkhaus angekommen. Wahnsinn
! Und während ich mich noch freue, kommt bereits eine weitere Workshopteilnehmerin an. An der Rezeption kriegen wir dann von einer recht unfreundlichen Rezeptionisten erklärt, dass ja “da jetz noch keiner da” sei, und wir doch bitte warten sollen. Ich setze mich auf einen Stuhl und bereue es, mir keinen Kaffee geholt zu haben. Mist! (Um an dieser Stelle einmal Bernd das Brot zu zitieren.)
10:50 Uhr: Ein weitere Workshopteilnehmer und die Workshopleiterin, Heidje Beutel, sind eingetroffen. Wir warten gemeinsam auf die anderen 8 Teilnehmer, die noch kommen sollen.
11:00 Uhr: Aktueller Stand 3/11 Teilnehmern. Das ist mager. Später wird sich herausstellen, dass alles Warten vergebens war, da gar keiner mehr kommt. Ein weiterer Workshopleiter trifft ein. Nach einigem Hin-und-Her-diskutieren, händigt uns die Rezeptionisten widerwillig die Schlüssel für das Nachbargebäude aus, in dem der Workshop stattfindet.
11:20 Uhr: Jetzt geht’s los! Die Atmosphäre ist entspannt, Alina* und ich kommen gleich super miteinander aus. Wir dürfen alles fragen was wir wollen, und im Gegenzug dazu gibt und Frau Beutel Einblick in ihr Berufsleben: Was sie macht, wann sie Stress hat, wie die Sendung läuft und was Spaß macht. Sie speilt mit uns eine typische Situation durch.
13:00 Uhr: Mittagspause! Der Chef von Frau Beutel bringt uns belegte Brötchen vorbei. Die waren eigentlich für 11 Leute gedacht, und daher bleiben Massen übrig. Andererseits kann jeder so viel essen wie er will, und nichts ist vorschnell alle. Nachdem wir es uns schmecken lassen haben, geht’s weiter mit den Anmoderationen für die Sendung. Zuerst hatte ich vermutet, dass die Reporter die Anmoderationen für die Moderatoren schreiben würden, und dass die dann gar nichts zu tun hätten – Ist aber nicht so. Der Reporter schreibt nur die Rohversion, der Moderator passt sie sich an. Wir durften dann selbst welche schreiben – meine war grässlich (glaube ich).
15:00 Uhr: Frau Beutel und Herr Popp verabschieden sich. Ein lustiger junger Mann übernimmt und zeigt uns das Landesfunkhaus. Ich glaube, ich weiß jetzt darüber Bescheid, was jeder in dem Schuppen da macht, von der Visagistin bis zur Putzfrau. Leider hatte der nette junge Mann seinen oder unseren Zeitrahmen etwas gesprengt, weswegen ich meine Bahn verpasste.
16:27 Uhr: Mein Bahn ist da. Hoffentlich kommt sie pünktlich am Anger an, dann habe ich vielleicht noch Zeit mir einen Kaffee zu kaufen. Alina* fährt mit mir und wir tauschen uns über unsere eigenen, kleinen Journalismuserfahrungen aus. Am Anger geht für sie das Telefonieren, für mich das Sprinten los.
16:40 Uhr: Durchatmen! Ich bin am Bahnhof, alles ist glatt gelaufen. Aus Euphorie über meine Pünktlichkeit (jaja, ich bin ein Stresskeks – tut mir leid) lade ich mich auf einen Orangensaft im Coffee Culture ein – für den Kaffe reichte die Zeit nicht.
16:48 Uhr: Wieder war der Zug pünktlich. Erstaunlich. Meine Reise geht zu Ende, und ich persönlich bin es auch. Frau Beutel wollte uns zwar ein bisschen abschrecken, mit ihrer Jobbeschreibung, doch ich bin noch immer wild entschlossen. Ich werde meinen Weg schon finden, irgendwie.
Fazit: Fernsehen machen ist nicht so glamourös wie es in Film und Fernsehen gezeigt wird. Da kommt keiner in Kostüm und Pumps zur Arbeit, nicht mal die Moderatoren. Aber ein Klischee stimmt – ohne Kaffee von Starbucks oder in diesem Fall der Back-Factory geht gaaaar nix!
P.S.: Zum Vergrößern einfach die Bilder anklicken!
*Namen geändert